MANIFESTO EUROPA UOMO


Manifest - “Europa Uomo”: Die europäische Koalition gegen den Prostatakrebs

Repräsentanten von Prostatakrebs-Selbsthilfegruppen aus 19 europäischen Ländern haben sich zusammengefunden, um die Probleme und Maßnahmen im Kampf gegen den Prostatakrebs zu definieren. Folgendes wurde dazu festgestellt:

Prostatakrebs ist einer der häufigsten Krebsarten bei Männern in Europa, etwa 300 000 Männer werden in diesem Jahr neu diagnostiziert und es ist zu erwarten, dass diese Zahl in den kommenden Jahren noch steigt.

In Europa leben zur Zeit mehr als zwei Million Männer mit Prostatakrebs. Neue Methoden der Diagnose und eine geänderte Einstellung der Männer aufgrund einer erhöhten Wachsamkeit dieser Krankheit gegenüber bedeuten, dass immer mehr Prostatakrebserkrankungen in einem frühen Stadium entdeckt werden, in dem Behandlungsoptionen noch effektiv eingesetzt werden können.

Prostatakrebs kann als eine chronische Erkrankung betrachtet werden, die vielfältige emotionale und soziale Probleme bei Patienten und ihren Familien auslösen. Fortschritte bei der Langzeitkontrolle dieser Krankheit tragen wesentlich zur Lebensdauer-verlängerung und zur erhöhten Lebensqualität der Patienten bei.

Um die sozialen Lasten dieser Krankheit und letztlich deren Verhinderng unter Kontrolle halten zu können, sind erhöhte finanzielle Mittel notwendig, so dass der kontinuierliche Fortschritt in der Forschung und der Patientenversorgung sichergestellt ist.

Aus den obigen Gründen haben wir die folgenden 10 wesentlichen Punkte aufgelistet, die ausdauernde und entschlossene Beachtung verdienen:

1. Mittel und Wege müssen gefunden werden, um die Lebensqualität von Prostatakrebspatienten und deren Familien zu verbessern;
2. Der Austausch und die Verbreitung von Evidenz basierten Informationen wie auch von faktischen und auf den neuesten Stand gebrachten Information zum Prostatakrebs muss vorangetrieben werden;
3. Die Bewusstseinslage zum Prostatakrebs und zu angemessener Diagnose und Prognose soll geschärft werden;
4. Die Notwendigkeit einer angemessenen Früherkennung muss nachdrücklich betont werden;
5. Für die Bereitstellung und den Zugang zu einer optimalen Behandlung muss geworben werden.
6. Die Qualität und die unterstützende Fürsorge während und nach der therapeutischen Behandlung muss sichergestellt werden;
7. Für eine qualitativ hochstehende multiprofessionelle Versorgung und eine entsprechende medizinische Infrastruktur muss Sorge getragen werden;
8. Gute klinische Praxis muss anerkannt und deren Weiterentwicklung vorangetrieben werden;
9. Es muss sichergestellt sein, dass alle Männer die Behandlungsvorschläge vollkommen verstehen, einschließlich des Eintritts in eine klinischen Versuchsreihe und auch ihr Recht auf eine Zweitmeinung ausüben können;
10. Die Prostatakrebsforschung muss vorangetrieben werden.

Wir haben als europäischen Patienten unsere Verantwortung für die Kontrolle der Krankheit angenommen und die europäische Prostatakrebskoalition „Europa UOMO“ aufgebaut.

Antwerpen, Belgien
29. October 2003